McCaughan, N. & Palmer, B. (2001). Leiten und Leiden. Systemisches Denken für genervte Führungskräfte. Dortmund: borgmann publishing.

Die Autoren beschreiben komplexe organisatorische Zusammenhänge in ihrer unauflöslichen Verbindung mit den individuellen und sozialen Prozessen der Akteure in Organisationen. Probleme und Problemstrukturen werden erläutert ("Sich im Kreis drehen", "Was ist das Problem?") und Klärungs- Lösungsmuster vorgestellt ("Die richtigen Fragenstellen", "Hypothesen konstruieren", "Einen neuen Kurs finden"). McCaughan und Palmer bringen langjährige Erfahrungen der Beratung von Führungskräften aus dem sozialen und wirtschaftlichen Sektor in diesem Buch auf eine Weise mit systemischen Denkfiguren zusammen die nachvollziehbar, gut verständlich und humorvoll wirkt, dabei gleichzeitig effektive und konstruktive Muster der Bearbeitungsform integriert, ohne die Kenntnis tiefgreifender Theoriekonzepte vorauszusetzen. Das Buch richtet sich an sowohl an Berater, Trainer und Supervisoren als auch an Führungskräfte und Manager im sozialen und privatwirtschaftlichen Sektor.

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Erlernte Hilflosigkeit

- Hilflosigkeit und Apathie können erlernt werden: Leben Menschen in Institutionen, in denen alle Entscheidungen abgenommen werden, entwickeln sie entsprechendes Verhalten

- Abnehmen von Entscheidungen, Handeln ohne Erfolg oder Konsequenz haben Auswirkungen auf die Motivation und die Kognition (vgl. Deci &Ryan: Selbstbestimmungstheorie der Motivation): "Verliert der Mensch die Kontrolle über die Konsequenzen seines Verhaltens, so erlebt er sein Handeln als unsinnig, dies verringert seine Motivation zum Handeln, er reagiert apathisch und hilflos." (S. 176)

- Einfluss auf die Kognition: Nach Erfahrung der Unkontrollierbarkeit hat der Mensch Schwierigkeiten wieder zu lernen, dass seine Reaktionen einen Einfluss haben

- Glaube, dass Erfolg und Misserfolg unabhängig vom eigenen Können sind

- Bewohner in Institutionen sollte ein größtmögliches Maß an Selbsttätigkeit und Selbstentscheidung erhalten bzw. ermöglicht werden

- Selbstbestimmung und Gestaltungsmöglichkeiten sind daher nicht nur pädagogische Ziele auf Grundlage eines Menschenbildes, das den autonom handelnden individuellen Menschen im Blick hat, sondern eine wesentliche Voraussetzung für die psychische Gesundheit des Menschen und damit für seine physische Existenz (S. 176)

 

Thesing, T. (2009). Betreute Wohngruppen und Wohngemeinschaften für Menschen mit geistiger Behinderung. Freiburg im Breisgau: Lambertus.