Merchel, J. (2004). Leitung in der Sozialen Arbeit. Grundlagen der Gestaltung und Steuerung von Organisationen. Weinheim und München: Juventa.

Merchel führt mit diesem Buch in die Theorie der Leitung und Steuerung Sozialer Organisationen ein. Er setzt sich hierfür mit der Schwierigkeit des Leitungsthemas für die Soziale Arbeit auseinander und stellt danach das mechanische, das natürliche und das offene Organisationsmodell mit den jeweiligen Grundannahmen, Vor- und Nachteilen vor. Hieran schließt Merchel den Personen-, Organisations- und Symbolbezug von Leitung an und stellt Leitungsstile sowie geschlechtsspezifische Aspekte von Leitungsverhalten dar. Nach einer Übersicht über Mitarbeiterbezogene Leitungsaufgaben stellt Merchel das Konzept der Leitung durch Zielvereinbarungen vor, die Partizipation, Transparenz und Leistungsorientierung vereinen sollen und bereits in vielen Sozialen Organisationen eingeführt sind. Merchel versäumt es nicht, auch auf (strukturelle) Dilemmata in der Leitung, sowie die Themen des Umgangs mit Macht und Verantwortung und Möglichkeiten der Unterstützung von Leitung hinzuweisen. Das Buch stellt seinen Wert in der Praxis auf zwei Ebenen her: Auf der ersten Ebene wendet es sich an (potentielle) Leitungskräfte in Sozialen Organisationen und vermittelt Hintergrund- und Methodenwissen. Mit dem Wissen um Möglichkeiten und Grenzen können Entwicklungsprozesse angestoßen werden, da deutlich wird, was möglich ist oder was fehlt. Auf einer zweiten Ebene gibt das Buch Mitarbeitern nachgeordneter Hierarchieebenen die Möglichkeit, Leitungsverhalten und das Geflecht zwischen Organisation und Person besser zu durchschauen, sowie die Möglichkeiten und Grenzen des Organisationsmodells der Einrichtung, in der die eigene Tätigkeit stattfindet, wahrzunehmen und zu nutzen.

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Selbstbestimmung, Vollzug und Pragmatik

"Der Begriff Selbstbestimmung besitzt auch eine vollziehende Dimension, im Sinne von Macht über etwas haben oder vollziehendem Handeln." (S. 24)

"Selbstbestimmung bezieht sich auf ein einzelnes Wesen, das sich erkennt indem es sich definiert und Macht über sich ausübt." (S. 29)

"In dem pragmatischen Verständnis geht Selbstbestimmung nicht gänzlich in Handlungsfreiheit über." (S. 28)

"Selbstbestimmung ist bei Menschen mit schwerer geistiger Behinderung unabdingbar auf die Anerkennung durch andere angewiesen." (S. 65)

"Bezeichnend für das pragmatische Verständnis von Selbstbestimmung ist die konkrete relative Handlungsfreiheit." ( S. 28)

 

Weingärtner, C. (2009). Schwer geistig behindert und selbstbestimmt. Eine Orientierung für die Praxis. Freiburg im Breisgau: Lambertus.