Pühl, H. (2005). Angst in Gruppen und Institutionen. Berlin: Leutner.

Das Buch richtet sich an Tätige im Feld Sozialer Arbeit und Behindertenhilfe, die Verantwortung für Mitarbeiter tragen oder Gruppenstrukturen tiefer verstehen wollen. Anhand eines beispielhaften Supervisionsprozesses zeichnet Pühl die Bedeutung der Angst in Institutionen nach, zeigt die Zusammenhänge zwischen Struktur und Angstbindung auf. In früheren Ausgaben trug das Buch den Untertitel "der Einzelne und sein unbewusstes Gruppennetz". Pühl argumentiert, dass sich in den Hierarchiestrukturen traditioneller Organisationen Machtstrukturen ausbilden, die die Angst von Mitarbeitern latent binden. Gleichzeitig sorgen die gebundenen Ängste für ein hohes Maß an Abhängigkeit und teilweise aggressive Haltungen von Mitarbeitern gegenüber ihren Vorgesetzten, so dass in entsprechenden Organisationen dynamische Entwicklungsprozesse unter Beteiligung aller Organisationsmitglieder faktisch ausgeschlossen sind.

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Basale Selbstbestimmung

Elemente basaler Basale Selbstbestimmung (Überwindung des intellektuell verkürzten Verständnis von Selbstbestimmung, welches, zu Ende gedacht, Menschen mit schwerer geistiger Behinderung ausschließen würde (S. 93):

1. Selbstentscheiden - dem Menschen mit geistiger Behinderung bei den kleinsten Angelegenheiten des Alltags die Möglichkeit geben, zu entscheiden (Autonomieprinzip).

2. Erfahren der eigenen Wirkung - (Notwendigkeit der) Erfahrung, dass die eigene Aktivität grundsätzlich zu einem Resultat führt (Ausbildung der Kopplung von Handlung und Erfahrung).

3. Selbsttätigkeit - Selbstbetätigung im Sinne einer motorischen Aktivität aus eigenem Impuls, im eigenen Rhythmus. Selbstbestimmung wird hinsichtlich der kognitiven Anforderungen voraussetzungsloser. (S. 77 ff.)

 

Weingärtner, C. (2009). Schwer geistig behindert und selbstbestimmt. Eine Orientierung für die Praxis. Freiburg im Breisgau: Lambertus.