Satir, V. (1999). Kommunikation, Selbstwert, Kongruenz. Paderborn: Junfermann Verlag.

Satir zeigt in diesem Buch die Zusammenhänge zwischen (gelingender) Kommunikation und der Entwicklung in der Familie auf; Familie schildert sie dabei folgendermaßen: "Das Leben in einer Familie ähnelt einem Eisberg: Die meisten Menschen sind sich nur eines Zehntels dessen bewusst, was in der Familie vor sich geht - nämlich jenes Zehntels, das sie sehen und hören. Einige haben den Verdacht, es könnte sich noch mehr unter der Oberfläche verbergen, doch wissen sie nicht, was es ist, und sie haben keine Vorstellung, wie sie es herausfinden könnten." (S. 16). Mit diesem Thema setzt sich Satir auf den folgenden 480 Seiten auseinander, zeigt Wege der Kommunikation auf, weist auf Kommunikationsmuster hin, betont die Bedeutung von Selbstwert und Echtheit für die Entwicklung in der Familie. Familientherapeutisches Grundlagenwerk, das so lebendig und eindrücklich geschrieben ist, dass es ohne weitere Vorkenntnisse verstehend und bereichernd gelesen werden kann.

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Erlernte Hilflosigkeit

- Hilflosigkeit und Apathie können erlernt werden: Leben Menschen in Institutionen, in denen alle Entscheidungen abgenommen werden, entwickeln sie entsprechendes Verhalten

- Abnehmen von Entscheidungen, Handeln ohne Erfolg oder Konsequenz haben Auswirkungen auf die Motivation und die Kognition (vgl. Deci &Ryan: Selbstbestimmungstheorie der Motivation): "Verliert der Mensch die Kontrolle über die Konsequenzen seines Verhaltens, so erlebt er sein Handeln als unsinnig, dies verringert seine Motivation zum Handeln, er reagiert apathisch und hilflos." (S. 176)

- Einfluss auf die Kognition: Nach Erfahrung der Unkontrollierbarkeit hat der Mensch Schwierigkeiten wieder zu lernen, dass seine Reaktionen einen Einfluss haben

- Glaube, dass Erfolg und Misserfolg unabhängig vom eigenen Können sind

- Bewohner in Institutionen sollte ein größtmögliches Maß an Selbsttätigkeit und Selbstentscheidung erhalten bzw. ermöglicht werden

- Selbstbestimmung und Gestaltungsmöglichkeiten sind daher nicht nur pädagogische Ziele auf Grundlage eines Menschenbildes, das den autonom handelnden individuellen Menschen im Blick hat, sondern eine wesentliche Voraussetzung für die psychische Gesundheit des Menschen und damit für seine physische Existenz (S. 176)

 

Thesing, T. (2009). Betreute Wohngruppen und Wohngemeinschaften für Menschen mit geistiger Behinderung. Freiburg im Breisgau: Lambertus.