Schlippe, A.v. & Schweitzer, J. (2007). Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

Von Schlippe und Schweitzer zeichnen in diesem hervorragenden Buch die praxisbezogen die theoretischen Konzepte hinter dem systemischen Denken auf. Hierzu geben sie zunächst einen Überblick über die Geschichte der Familientherapie zur systemischen Therapie und Beratung. Im Anschluss daran folgt ein Überblick über die Entwicklungslinie grundlegender systemischer Theoriekonzepte (Kybernetik erster Ordnung, Chaos und Synergetik autopoietische Systeme, Theorie sozialer Systeme, personenzentrierte Systemtheorie, sozialer Konstruktionismus und postmoderne Philosophien) mit Kernfragen systemischer Theorie und dem systemischen Verständnis von Problemen. Der dritte Teil des Buches behandelt die Praxis: Haltungen, Grundannahmen, Hypothesen, systemisches Fragen, Familienskulpturen, Schlussinterventionen und den äußeren Rahmen (Kontrakte, Ziele, Verläufe). Hieran anschließend werden Praxisfelder, settings und Anwendungsbereiche vorgestellt. Eine kritische Einschätzung systemischer Beratung und eine Schlußbetrachtung ("Glauben Sie keinem Lehrbuch! (Allenfalls unserem)) runden mit einem reichhaltigen Literaturverzeichnis und einem Register das Buch ab. Das Buch eignet sich zur fundierten Einführung in systemisches Denken und als Nachschlagewerk und Fundgrube z.B. für systemische Fragen.

...what about...

Basale Selbstbestimmung

Elemente basaler Basale Selbstbestimmung (Überwindung des intellektuell verkürzten Verständnis von Selbstbestimmung, welches, zu Ende gedacht, Menschen mit schwerer geistiger Behinderung ausschließen würde (S. 93):

1. Selbstentscheiden - dem Menschen mit geistiger Behinderung bei den kleinsten Angelegenheiten des Alltags die Möglichkeit geben, zu entscheiden (Autonomieprinzip).

2. Erfahren der eigenen Wirkung - (Notwendigkeit der) Erfahrung, dass die eigene Aktivität grundsätzlich zu einem Resultat führt (Ausbildung der Kopplung von Handlung und Erfahrung).

3. Selbsttätigkeit - Selbstbetätigung im Sinne einer motorischen Aktivität aus eigenem Impuls, im eigenen Rhythmus. Selbstbestimmung wird hinsichtlich der kognitiven Anforderungen voraussetzungsloser. (S. 77 ff.)

 

Weingärtner, C. (2009). Schwer geistig behindert und selbstbestimmt. Eine Orientierung für die Praxis. Freiburg im Breisgau: Lambertus.